Revolut Ultra News

Revolut Ultra: Platin für CHF 600.- im Jahr

Revolut möchte neue Massstäbe setzen, mit ihrem Revolut Ultra-Konto und der dazugehörigen Platin-Karte.

In der Welt der Neo-Banken ist die Preisstruktur mit verschiedenen Abonnement-Angeboten und ihren jeweiligen Leistungspaketen bisher weitgehend homogen gewesen. Nahezu jede dieser Banken bot ein kostenloses Basis-Abo an, gefolgt von einer kostengünstigeren Variante mit erweiterten Leistungen für nur wenige Schweizer Franken pro Monat. Obendrein führen einige dieser Banken ein Flaggschiff-Konto mit einer metallenen Karte am Ende des Spektrums.

Die Metal-Konten

Das N26 «Metal» Konto kostet in Deutschland EUR 16,90 pro Monat, ist aber soviel ich sehe in der Schweiz nicht verfügbar. Bei Revolut sind es CHF 15.- im Monat für die Metal-Karte und die zusätzlichen Dienste. Bei den Schweizer Neo-Banken ist Neon der erste mit einem Metal-Konto, bei dem du CHF 15.- pro Monat bezahlst (meine aktuelle Wahl). Bei Revolut war das Metal das bisher umfangreichste Konto und bot bislang die umfassendsten Leistungen und stellte den Höhepunkt des Angebots der Neo-Banken dar.

Revolut haut jetzt noch eine Schippe darauf und hat das, bereits vor längerer Zeit angekündigte, Konto nun endlich für alle verfügbar gemacht. Bei Revolut gibt es ab sofort das Ultra-Konto mit einer Platin-Karte.

Das Ultra-Konto mit Platin-Karte

Mit einem Preis von CHF 60.- pro Monat zielt Revolut darauf ab, Kunden mit gehobenem Lebensstil und hoher Kaufkraft anzusprechen. Auf den ersten Blick mag dieser Preis für eine Neo-Bank überraschend wirken, da er, mit CHF 720.- pro Jahr, nicht in jedermanns Budget passt. Doch bei näherer Betrachtung scheint es Sinn zu ergeben und ist konsequent gewählt.

Revolut Ultra
Revolut Ultra

Revolut hat mittlerweile 30 Millionen Kunden weltweit und hat in den letzten Jahren eine starke Nachfrage nach kostenpflichtigen Abonnement-Modellen verzeichnet. In der Schweiz hat das britische Banken-FinTech einen Kundestamm von über 600’000, was eine sehr grosse Zahl ist. Das Unternehmen nutzt, wie viele andere Banken auch, Kundeninformationen, um gezielte Angebote zu entwickeln. Ein Beispiel dafür ist die Funktion «Stays», die als Buchungstool für Unterkünfte entwickelt wurde, da Revolut-Kunden häufig reisen.

Die Einführung neuer Angebote erfolgt daher nicht zufällig, sondern basiert auf Kundenverhalten und Analysen.

Die Einführung des Ultra-Abos ist also möglicherweise keine waghalsige Entscheidung, sondern eher eine Antwort auf die Bedürfnisse der bestehenden Kundenbasis. Offenbar sind viele Kunden bereit, monatlich CHF 60.- für ein Lifestyle-Abo mit Platin-Karte auszugeben.

Laut Revolut selbst, haben sich ganze 420.000 Interessenten, aus ganz Europa, auf die Warteliste für den neuen Top-Tier-Plan eingetragen lassen. Hier werden sicherlich auch einige Neugierigen mit dabei gewesen sein. Wie ich, denn ich habe mich im Frühling auch auf die Liste setzen lassen. Meinen Premium-Vertrag habe ich aber, zugunsten von meinem Metal-Konto, schon zum Jahresbeginn aufgelöst. Ich nutze nur noch die Standard-Karte mit allen frei zugänglichen Features.

Revolut hebt Abonnenten auf eine neue Stufe

Mit dem bisherigen Flaggschiff «Metal» waren Kunden Abonnenten, die bereit waren, für eine verbesserte Karte etwas mehr zu zahlen – genauer gesagt, CHF 7.- pro Monat im Vergleich zum günstigeren Premium-Abo.

«Ultra» ist jedoch eine ganz andere Liga. Mit einem monatlichen Preis von CHF 60.- und einer Platin-Karte hebt sich «Ultra» nicht nur preislich von anderen Abonnements ab, sondern markiert den Unterschied zwischen Abonnenten und Mitgliedern. Genau so wird das neue Konto von Revolut auch positioniert.

Diese Entwicklung mag bei einer Neo-Bank überraschend sein, aber sie spricht eine Nische an, die langfristig den etablierten Playern im Bereich der Platin-Angebote Konkurrenz machen könnte. Nicht nur hinsichtlich des Glanzes, sondern möglicherweise auch finanziell. «Ultra» bewegt sich in ähnlichen Preiskategorien wie bestehende Platin-Karten, bietet jedoch zusätzliche Vorteile. Es gibt zwei bemerkenswerte Unterschiede auf den ersten Blick.

Erstens ist die Platin-Karte von Revolut tatsächlich optisch als Premium-Karte erkennbar – nicht alle Anbieter von Platin-Karten bieten diese visuelle Differenzierung. Zweitens erheben etablierte Anbieter oft erhebliche prozentuale Gebühren für Einkäufe im Ausland oder Bargeldabhebungen am Automaten, was bestehende Platin-Angebote nicht nur in Bezug auf die Jahresgebühren, sondern auch auf die Nutzung teuer macht.

Im Vergleich zu den hohen Jahresgebühren platziert sich «Ultra» mit 660 Euro in derselben Größenordnung, bleibt jedoch in Bezug auf die Nutzung weitgehend gebührenfrei.

Demokratisierung der Platin-Karten

Die Mitgliedschaft bei «Ultra» senkt nicht den Wert von Platin-Karten, aber sie demokratisiert den Zugang dazu, indem sie eine Barriere beseitigt. Bisher waren Platin-Karten Menschen mit hohem Einkommen vorbehalten, da sie eine hohe Kreditlimite erforderten, für die das Einkommen quasi als Sicherheit diente.

Mit Revolut «Ultra» ist eine Kreditlimite nicht mehr notwendig, da es sich um eine Debitkarte handelt. Die Ausgabenlimite wird durch das Guthaben auf dem Konto bestimmt, ohne dass eine Kreditlimite erforderlich ist. Somit ist die Platin-Karte immer noch nicht für jeden zugänglich, aber wer bereit ist, jährlich 660 Euro zu zahlen, kann Mitglied werden, ohne ein Kreditrisiko für Revolut oder die Kartenorganisation darzustellen.

Die Leistungen der neuen Platin-Karte

Die Leistungen der neuen Platin-Karte ähneln weitgehend denen etablierter Platin-Karten, jedoch zu einem günstigeren Preis. Die Karte gewährt unbegrenzten Zugang zu über 1.400 Flughafen-Lounges weltweit, inklusive Verpflegung und Service. Darüber hinaus beinhaltet sie eine Reiserücktrittskostenversicherung, die ohne Angabe von Gründen greift, sowie weitere erweiterte Versicherungsleistungen, die auf reisebezogene Ereignisse ausgerichtet sind. Kostenlose Bargeldabhebungen an Geldautomaten sind mit einem Limit von 2.000 Euro pro Monat großzügiger als bei anderen Kontotypen.

Cashbacks sind höher, und die Gebühren für den Aktienhandel sind niedriger als bei anderen Kontotypen. Das Paket umfasst auch einen priorisierten Kundenservice sowie Lifestyle-Angebote, wie Gutschriften und Abonnements von Marken wie Financial Times Premium, ClassPass, WeWork, NordVPN und anderen.

Wer die Leistungen der neuen Platin-Karte im Detail mit anderen Abonnement-Optionen vergleichen möchte, kann die Preispläne hier einsehen.

Ist die neue Platin-Karte ihren Preis wert?

Der Wert der Platin-Karte liegt im Auge des Betrachters. Für Vielreisende, die die Karte häufig nutzen und unterwegs reisebezogene Leistungen in Anspruch nehmen, kann sie sich finanziell lohnen. Sie bietet einen breiten Zugang zu erstklassigen Dienstleistungen, die im Zusammenhang mit Reisen, Sicherheit und Komfort stehen.

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